Sonntag, 13. Juni 2010

Erster Einsatztag


Zum Fruehstueck gabs heute "Milli-Pap", einen Brei aus Mais. Eine Speise die sehr viel gegessen wird da es sehr guenstig ist und einen guten Naehrwert hat (erinnerte mich an meine Kindheit..).
Bevor mein Dienst startete, zeigte Christa mir dann einige Vororte / -Quartiere von Bloemfontein. Innerhalb von wenigen Minuten sieht man hier verschiedenste Lebensqualitaeten. Es gibt verschiedene Quartiere mit vielen Einfamilienhaueser, alle schoen eingehagt und sehr oft durch Hunde und einer Alarminstallation ueberwacht. Ein wenig weiter dann eine grosse "moderne" Siedlung, die Haueser haben aber eine solch schlechte Bausubstanz dass die weissen hier nicht wohnen wollten. Also haben die schwarzen die Moeglichkeit erhalten in richtigen Wohnungen mit fliessendem Wasser und Strom einzuziehen. Und nicht mal 2 km weiter gibt es dann eine Schwarzensiedlung, in dem 4-eckige Gartenhauschen stehen, in denen komplette Familien wohnen, leben, essen und schlafen auf 20 m2. Die WM geht vollkommen an diesen Leuten vorbei, oder doch nicht ganz, weil wegen der WM ist alles etwas teurer geworden, und das trifft dann die Armsten noch einmal.

Um 12 Uhr waren dann 50 Volunteers aus dem Bereich Spectator Services versammelt. 47 schwarze, 3 weisse, einer davon Pfaffer an der Luther-Kirche in Kimberley, 60 km entfernt von Bloemfontein. Und nur ein internationaler Volunteer, aus Ebikon..

Mr Matuka liess deutlich merken dass er der Chef ist, und von seinen Supervisorn unterstuetzt wird. Nach einer kurzen Erklaerung was am Nachmittag passieren wuerde, wurden die Essensbon verteilt, und gingen 50 Volunteers miteinander ins Fast Food Restaurant Stadium Food. Ich kann euch sagen, Essen und Trinken fuer 60 Rand (ca. 6 Eur bzw. 9 CHF), ist sehr schwierig. Ein "Big-Mac-Menue" aehnliches Menue kostet so um die 30 Rand. Und was kaufst du dann sonst noch (weil Geld zurueck gibt es nicht)? Wasser in meinem Fall, da unsere Volunteerorganisation damit sehr sparsam umgeht.

Nach der Mahlzeit gings wieder zurueck ins Volunteer Centre, und von da zum stadion. Die Japaner hatten ihr Training um 15:30 Uhr angesagt, die Kamerumer um 17:30 Uhr. Wir wurden ueber das ganze Stadion verteilt damit niemand von den anderen etwas abschauen konnte, damit keine Sachen aus dem Medienbereich entfernt wurden, und damit die Mannschaften nicht durch die Medien gestoert wurden. Unser Manager, Mr Matuka, und seine Supervisor, sahen wir aber den ganzen Nachmittag nicht mehr...so wie das hier halt geht...die Chefs arbeiten nicht! Dass dies nicht das erste mal war konnten die Volunteers mir eindruecklich beschreiben. Es ist nicht dass die Volunteers undiszpliniert sind, nein, die sogenannten "Manager" organisieren einfach nichts, schauen nur fuer sich dass sie es gut haben.

Um kurz nach 18 Uhr ging das das Herumstehen zu Ende, wir konnten uns selber so organisieren dass unsere Schicht fertig war. Von den Trainings haben wir leider nicht viel gesehen, unser "Steward-Supervisor" erlaubte uns nur die Stuehle im Stadion anzuschauen.

Am Montag dann der erste Spieltag in Bloemfontein, ich freu mich drauf. Auch wenn es ein wenig merkwuerdig ist wenn man um 9 Uhr morgens Besammlung hat fuer ein Spiel das um 4 Uhr nachmittags angepfiffen wird.

vlvlvlvl ;-)

1 Kommentar:

  1. Manuela Gisler-Dominguez14. Juni 2010 um 08:13

    Hallo Bert!

    Sind am Match luege JPN-CMR, und ja, du glaubst es nicht, habe an dich gedacht und an Mr Matuka ;-))) Ich hoffe du hast "trozDEM" eine gute und erlebnisreiche Zeit. Deine Berichte sind echt super, unverfälscht und somit sehr interessant, Dankeschön!

    Grüsse aus der Schweiz
    Manuela Gisler-Dominguez

    NB:

    Ich werde morgen nach Barcelona fliegen, um den Match SUI-ESP mitten in der spanischen Metropole mitzuerleben...

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